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1. Allgemeines
Kunst im Nationalsozialismus bezeichnet keinen einheitlichen Stil oder Richtung. Es ist ein Sammelbegriff für die in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland erfolgreiche und ausgestellte bildende Kunst.
1.1 Vorgeschichte
In der Parteizeitung Völkerischer Beobachter schlug Alfred Rosenberg 1923 den Expressionismus als wegweisenden deutschen Stil vor. Dem widersprach heftig Edmund Steppes, der eine Rückwende zur altdeutschen Kunst einforderte, etwa in der Art der Donauschule eines Albrecht Altdorfer.
1.2 Film im Nationalsozialismus
- Vor 1933 - Deutscher Film hoch angesehen, auch International.
- Nach Machtübernahme: Goebbels "Schirmherr des deutschen Films". Verändert den deutschen Film durch Zensur, Arisierung etc. zu NS-Propagandaappart.
- NSDAP übernimmt die Filmgesellschaft in Deutschland/Österreuch durch Gleichschaltung und Zusammenfassung der Produktionsfirmen (UFI Film).
- Flucht vieler Filmproduzenten, Regisseure, Schauspieler nach Amerika und ins Ausland.
1.2.1 Ziele der nationalsozialistischen Filmpolitik
- Werbe/Propagandafilme sollen Regime ins positive Licht bringen ("Eine Symphonie des Kampfwillens").
- Ablenkung der politischen Situation ("Sommer, Sonne, Erika").
- Hass gegen Juden steigern, getarnt als Dokumentarfilm ("Der ewige Jude").
- Ablenkung des Holocaust ("Theresienstadt").
Nach dem 2. Weltkrieg - Starke Kontrolle der Alliierten und Verbot 19% aller deutschen Filme.
1.3 Architektur im Nationalsozialismus (=Neoklassizismus)
Wichtige Architekten: Paul Ludwig Troost (erhielt "Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft"), Albert Speer, Ludwig Ruff, Hermann Giesler.
1.3.1 Gebäude von Troost
- Neuer Münchner Königsplatz "Ehrentempeln" für die "Blutzeugen" des Novemberputsches von 1923.
- Haus der Deutschen Kunst an der Prinzregentenstraße.

1.3.2 Gebäude, Pläne von Speer
- Deutscher Pavillon für die Pariser Weltausstellung.
- Deutsches Stadion mit mehr als 400.000 Plätzen.

- Neue Reichskanzlei, mit Imponier- und Einschüchterungsarchitektur.
- Lichtdom (Riesige Scheinwerfer in den Himmel).
- Die Hauptstadt "Germania" des kommenden "Großgermanischen Reiches" (Berlin).
1.3.3 Pläne für München
- 214,5m hohes Denkmal zu errichten, das an den Hitlerputsch von 1923 erinnern sollte.
- Über 1km langer Bahnhof für die Breitspurbahn.
- Hauptstadt der deutschen Kunst.
1.4 Entartete Kunst
Künstler wurden verfolgt und scharf ausgegrenzt wegen ihrer politischen Haltung oder nicht arischen Herkunft.
Dies betraf alle Künste: Musik, Literatur, Film, die deutsche Avantgarde und ausländische Kunst, solang sie in deutschen Museen hing. (Über 16000 Werke in Deutschland).
Abgelehnt wurden: Expressionisten, Kubisten, Bauhauskünstler, Dadaisten, Surrealisten etc. (Beckmann, Dix, Heckel, Kirchner, Nolde etc.).
1.5 Ausstellung Entartete Kunst
1.5.1 Ziele
- Entartete Kunst als böse, schlecht und undeutlich darzustellen.
- An Hand dieser Negativ - Beispiele zeigen, wie die Moderne Kunst im 3. Reich aussehen sollte.
1.5.2 Mittel
- Durch Platzierung der Bilder in negativer Umgebung ein schlechtes Gefühl beim Betrachter hervorrufen.
- Platzmangel (Kleines Platzangebot für Bilder).
- Hetzparolen über den Bildern.
Viele Reiche sahen in den entarteten wichtigen Kunstwerken eine gute Geldquelle.
→ Großer Handel im Ausland.
→ Großer Verlust der meisten deutschen Kunstwerke.

