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1. Beschreibung
- Es wurde vom Maler im Querformat mit Öl auf Leinwand gemalt. Das Gemälde zeigt den weiten Luftraum einer romantischen Seelandschaft in Normalperspektive. Der mit dichten Wolken behangende Himmel ist im oberen Bereich aufgeklart. Das Meer wird durch einen unruhigen Wellengang bewegt. Im Vordergrund erstreckt sich die Darstellung des Strandes als heller leicht geschwungener Landstreifen mit kleinen Einbuchtungen worauf ein stehender, dunkel gekleideter Mann sehnsüchtig seinen Blick ins Weite schweben lässt.
2. Bildbeschreibung mir Interpretation
- Das Bild wird von diesem einsamen sich am Lande befindenden Mann mittleren Alters dominiert, welcher in Gedanken versunken auf das Meer und in den weiten Horizont blickt. Er trägt ein langes braunes Gewand eines Mönches, welches bis auf den Boden wallt. Ab der Höhe des Knies der schlanken Erscheinung schwingt eine große Falte als markante Drapierung an seinem Körper hinab. Die in Gedanken versunkene Figur steht in einem verlorenen Profil fast ganz dem Meer hingewandt barfuss am Strand, wobei seine linke Hand seinen rechten Unterarm stützt. Sein rechter Unterarm ist nicht sichtbar vor seinem Körper verschränkt. Seine angespannte, gebogene Körperhaltung wirkt spannungsvoll im Verhältnis zur ruhigen Armhaltung. Sein schütteres blondes Haar, ein Teil seines Ohrs, und ein Teil seiner Hand charakterisieren diese Figur, die in einer schrägen Halbperspektive als Rückenfigur unterhalb der Horizontlinie dargestellt ist.
3. Komposition
- Der Mann steht etwa 1/3 der Bildbreite zum linken und 2/3 der Bildbreite zum rechten Bildrahmen etwas unterhalb des tief liegenden Horizontes. Die Figur des Mönchs schafft in dieser Komposition das Gleichgewicht. Würde man ihn nur etwas weiter nach links oder rechts verlagern, würde die ausgewogene Gesamtkomposition des Bildes aus dem Gleichgewicht geraten.
4. Licht
- Die im lichten Ocker gemalte Strandoberfläche offenbart sich beim näheren hinschauen als die Oberfläche einer zum Meer aufsteigenden Düne. Es ist ein leerer, öder und trostloser Strand, ohne Gewächse oder markante Steine, Muscheln oder anderem. Die Wasserbegrenzung ist verdeckt, so dass der Betrachter
nicht weiß, wie tief der unsichtbare Abhang zum Meer ist. Dünne Linien markieren die Wellen im Sand. Der Sand erhellt sich vom Lichtschein der aufgeklarten Wolkendecke im oberen Teil des Bildes. Die gespenstigen Wolken werfen Schatten auf den klaren Sandstrand. - Der Himmel nimmt den größten Raum des Bildes mit etwa 4/5 der Bildhöhe ein und stößt auf die gerade Linie des Horizontes. Ein kompaktes Wolkengebilde ist gesättigt von der regenschweren Nässe eines heraufziehenden Unwetters. Die Valeurs geben diesem Wolkenbereich eine voluminöse Körperlichkeit. Die Farben und das Licht lassen auf einen Sonnenuntergang schließen. Das Aufsteigen eines bedrohlichen Himmels wirkt sehr erhaben.
5. Linienführung
- Der obere Rand Linie des Randes der dunklen Wolkenzone buchtet sich abwärts wie der Flügel einer waagerecht liegenden Hyperbel in Richtung des Mönches und zeigt auf den Mönch als geistiger Blickpunkt. Die Strandlinie dagegen drängt symmetrisch aufwärts.
6. Interpretation
- Wie ein Keil scheint durch zwei Wolkenlöcher der Himmel als hellster Lichtpunkt hervor. Über dem kleinen, unscheinbaren hellen Kopf des Mönches, öffnet sich ein heller Wolkenkreis, welcher als Erleuchtungssymbol für das „kleine Menschlein“ in Erscheinung tritt. Die Größe der Natur erscheint in Erhabenheit gegenüber dem „kleinen Menschlein“ und dennoch fühlt man sich nicht deprimiert.
| [1] | Wikimedia Commons: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ab/Caspar_David_Friedrich_029.jpg |
